Die aktuellen Wein-Trends 2026
Leichtere Weine, alkoholfreie Alternativen und Naturwein: Das bewegt die Weinwelt.
Eine Branche im Wandel
Die Weinwelt verändert sich so schnell wie selten zuvor. Neue Trinkgewohnheiten, der Klimawandel und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen, was in den Weinbergen angebaut und in den Regalen angeboten wird. Wir stellen die wichtigsten Entwicklungen vor.
Weniger Alkohol, mehr Frische
Leichte, frische Weine liegen im Trend. Viele Genießerinnen und Genießer möchten bewusster trinken und greifen zu Weinen mit moderatem Alkoholgehalt. Winzer reagieren darauf mit früherer Lese und schlankeren Stilen.
Gleichzeitig werden alkoholfreie Weine immer besser. Moderne Verfahren entziehen dem Wein den Alkohol schonend und erhalten dabei mehr Aroma als früher. Besonders alkoholfreie Schaumweine überzeugen inzwischen auch anspruchsvolle Gaumen.
Leichte Rotweine – gut gekühlt
Rotwein aus dem Kühlschrank? Was früher als Fehler galt, ist heute gewollt. Leichte, fruchtige Rotweine wie Spätburgunder, Gamay oder Trollinger schmecken leicht gekühlt besonders frisch und sind ideal für den Sommer. Auch kräftige Roséweine und helle Rotweine, die zwischen beiden Stilen liegen, sind gefragt.
Naturwein und Nachhaltigkeit
Immer mehr Winzer arbeiten biologisch oder biodynamisch. Naturweine mit wenig Eingriffen im Keller – ohne Reinzuchthefen, oft unfiltriert und mit wenig oder gar keinem zugesetzten Schwefel – finden eine wachsende Fangemeinde. Sie schmecken manchmal ungewohnt, dafür oft lebendig und eigenständig.
Auch beim Drumherum tut sich viel: leichtere Glasflaschen, Mehrwegsysteme, Papierverpackungen und Wein in der Dose sollen den CO₂-Fußabdruck verringern. Denn ein großer Teil der Emissionen einer Flasche Wein entsteht durch Glas und Transport.
Orange Wine
Orange Wine ist Weißwein, der wie Rotwein auf den Schalen gärt. Dadurch bekommt er eine bernsteinfarbene Farbe, Gerbstoffe und Aromen von getrockneten Früchten, Tee und Gewürzen. Die Methode ist uralt und stammt ursprünglich aus Georgien, wo Wein seit Jahrtausenden in Tonamphoren vergoren wird.
Neue Rebsorten und neue Regionen
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, kurz PIWIs, gewinnen an Bedeutung. Sorten wie Souvignier Gris, Cabernet Blanc oder Regent brauchen deutlich weniger Pflanzenschutz und helfen, den Weinbau nachhaltiger zu machen.
Der Klimawandel verschiebt zudem die Weinbaugrenzen. In England entstehen hervorragende Schaumweine, und selbst in Skandinavien wird inzwischen Wein angebaut. In Deutschland profitieren vor allem Rotweine von den wärmeren Jahren – gleichzeitig kämpfen viele Winzer mit Trockenheit, Hitze und Spätfrost.
Was das für dich bedeutet
Die Auswahl war nie größer. Wer neugierig ist, entdeckt heute Weine, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab. Probierpakete sind eine gute Möglichkeit, neue Stile ohne großes Risiko kennenzulernen.