Rotwein, Weißwein oder Rosé?
Wir erklären die wichtigsten Unterschiede, wie die Weine entstehen und welcher Wein zu dir passt.
Die Farbe steckt in der Schale
Der Saft fast aller Trauben ist hell – auch bei blauen Trauben. Die Farbe eines Weins entscheidet sich deshalb nicht am Rebstock, sondern im Keller: Entscheidend ist, wie lange der Saft mit den Traubenschalen in Berührung bleibt.
Aus blauen Trauben lässt sich darum auch Weißwein keltern. Solche Weine heißen „Blanc de Noirs“ und sind besonders bei Sekt und Champagner beliebt.
So entsteht Rotwein
Für Rotwein werden die blauen Trauben entrappt, angequetscht und gären zusammen mit den Schalen – je nach Stil einige Tage bis mehrere Wochen. Dabei lösen sich nicht nur Farbstoffe, sondern auch Gerbstoffe, die sogenannten Tannine. Sie sorgen für das leicht pelzige Gefühl am Gaumen und machen Rotwein lagerfähig. Viele Rotweine reifen anschließend noch in Holzfässern, was Aromen von Vanille, Rauch oder Gewürzen bringen kann.
So entsteht Weißwein
Beim Weißwein werden die Trauben direkt nach der Lese gepresst. Nur der klare Saft gärt, meist bei kühlen Temperaturen im Edelstahltank. So bleiben frische Fruchtaromen und die Säure erhalten. Weißweine enthalten kaum Gerbstoffe und wirken dadurch leichter. Einige Sorten wie Chardonnay werden aber auch im Holzfass ausgebaut und bekommen dann mehr Fülle und cremige Noten.
So entsteht Rosé
Rosé wird aus blauen Trauben gemacht, deren Saft nur kurz – meist wenige Stunden – mit den Schalen in Kontakt bleibt. Danach wird gepresst und wie beim Weißwein weiterverarbeitet. Je länger der Kontakt, desto kräftiger die Farbe.
Das Mischen von fertigem Rot- und Weißwein ist für Rosé in der EU übrigens nicht erlaubt. Eine Ausnahme bildet der Rosé-Champagner.
Wie sie schmecken
- Rotwein: kräftiger, mit Aromen von dunklen Beeren, Kirschen, Pflaumen und je nach Ausbau Gewürzen und Holz.
- Weißwein: frischer und säurebetonter, mit Noten von Zitrus, Apfel, Pfirsich oder exotischen Früchten.
- Rosé: fruchtig und leicht, oft mit Erdbeere, Himbeere und einer frischen Säure – ideal für den Sommer.
Die richtige Temperatur
Weißwein und Rosé schmecken bei 8 bis 12 Grad am besten, kräftige Weißweine vertragen etwas mehr. Rotwein wird oft zu warm serviert: „Zimmertemperatur“ stammt aus einer Zeit ohne Zentralheizung. Ideal sind 14 bis 18 Grad – leichte Rotweine wie Spätburgunder dürfen sogar etwas kühler sein.
Welcher Wein passt zu dir?
Wer es frisch und unkompliziert mag, beginnt am besten mit einem Weißwein wie Riesling oder Grauburgunder. Für warme Tage und die Terrasse ist ein Rosé die richtige Wahl. Und wer kräftige Aromen liebt oder einen Wein zum Essen sucht, greift zum Rotwein. Am schnellsten findest du deinen Favoriten mit einem gemischten Probierpaket: Mehrere Weine nebeneinander zeigen die Unterschiede deutlicher als jede Beschreibung.