Zum Inhalt springen
REBSORTEN

Die wichtigsten Rebsorten im Überblick

3 Min. Lesezeit

Riesling, Merlot, Tempranillo & Co. – was die bekanntesten Rebsorten auszeichnet.

Die wichtigsten Rebsorten im Überblick

Warum die Rebsorte so wichtig ist

Die Rebsorte prägt den Charakter eines Weins stärker als fast alles andere. Sie bestimmt, welche Aromen er zeigt, wie viel Säure und Gerbstoff er mitbringt und wie lange er reifen kann. Boden, Klima und die Arbeit im Keller formen den Wein weiter – aber wer die wichtigsten Sorten kennt, kann einen Wein schon vor dem ersten Schluck recht gut einschätzen.

Weiße Rebsorten

  • Riesling: die Paradesorte Deutschlands. Rassig und mineralisch, mit Aromen von Apfel, Pfirsich und Zitrus. Es gibt ihn knochentrocken ebenso wie edelsüß – und er kann jahrzehntelang reifen.
  • Müller-Thurgau: mild, blumig und unkompliziert. Ein typischer Alltagswein, auch unter dem Namen Rivaner bekannt.
  • Silvaner: dezent, erdig und ein hervorragender Essensbegleiter – vor allem in Franken und Rheinhessen zu Hause.
  • Grauburgunder: in Italien als Pinot Grigio bekannt. In Deutschland meist kräftiger und fülliger, mit Noten von Birne und Nuss.
  • Weißburgunder: zurückhaltend, cremig und elegant, mit feinen Aromen von Birne und Mandel.
  • Sauvignon Blanc: duftet nach Stachelbeere, Holunder und frisch geschnittenem Gras. Berühmt von der Loire und aus Neuseeland.
  • Chardonnay: ein Verwandlungskünstler – von schlank und mineralisch wie im Chablis bis buttrig und vollmundig nach dem Ausbau im Holzfass.
  • Grüner Veltliner: Österreichs wichtigste Sorte, frisch und mit der typischen Pfeffernote.

Rote Rebsorten

  • Spätburgunder (Pinot Noir): elegant und fein, mit Aromen von Kirsche und Erdbeere. Die rote Leitsorte Deutschlands und des Burgunds.
  • Dornfelder: dunkel, fruchtig und weich – ein beliebter deutscher Alltagsrotwein.
  • Merlot: weich und zugänglich, mit Pflaume und Schokolade. Wichtig im Bordeaux, besonders am rechten Ufer.
  • Cabernet Sauvignon: kräftig, gerbstoffreich und langlebig, mit Cassis und Zedernholz. Das Rückgrat vieler großer Bordeaux-Weine.
  • Syrah (Shiraz): würzig und dunkel, mit Pfeffer und Brombeere – an der Rhône ebenso zu Hause wie in Australien.
  • Tempranillo: Spaniens wichtigste rote Sorte, würzig und tief, die Basis von Rioja und Ribera del Duero.
  • Sangiovese: Kirsche, Kräuter und eine lebendige Säure – die Seele der Toskana.
  • Grenache (Garnacha): fruchtig, warm und oft mit hohem Alkohol. Häufig Teil von Cuvées aus Südfrankreich und Spanien.
  • Malbec: dunkel und saftig, heute vor allem das Aushängeschild Argentiniens.

Reinsortig oder Cuvée?

Viele Weine werden aus einer einzigen Rebsorte gekeltert, dann steht die Sorte meist auf dem Etikett. Eine Cuvée dagegen vereint mehrere Sorten, die sich ergänzen sollen: Im Bordeaux bringt Cabernet Sauvignon Struktur und Merlot die Weichheit, an der südlichen Rhône sind oft ein halbes Dutzend Sorten im Spiel. Eine Cuvée ist also kein Wein zweiter Wahl, sondern oft die hohe Kunst des Kellermeisters.

So findest du deine Lieblingssorte

Am besten lernst du Rebsorten im direkten Vergleich kennen. Probiere zwei oder drei Weine nebeneinander, etwa einen Riesling und einen Grauburgunder oder einen Spätburgunder und einen Merlot. Die Unterschiede fallen so viel deutlicher auf – und du merkst schnell, welche Richtung dir am besten gefällt.

Weiterlesen

Alle Artikel