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VERKOSTUNG

Wein richtig verkosten – Schritt für Schritt

3 Min. Lesezeit

Schauen, schwenken, riechen, schmecken: So probierst du Wein wie ein Profi.

Wein richtig verkosten – Schritt für Schritt

Die richtige Vorbereitung

Für eine gute Verkostung brauchst du nicht viel: saubere, möglichst dünnwandige Gläser mit einem Kelch, der sich nach oben leicht verjüngt, einen hellen Hintergrund – etwa eine weiße Tischdecke – und Wasser zum Neutralisieren. Parfum und stark duftende Kerzen lässt du besser weg.

Fülle das Glas nur zu etwa einem Drittel. So bleibt genug Platz, um den Wein zu schwenken und die Aromen aufzufangen. Halte das Glas am Stiel, damit der Wein nicht durch deine Hand warm wird.

Schauen und schwenken

Halte das Glas leicht schräg gegen einen hellen Hintergrund. Die Farbe verrät einiges: Junge Weißweine sind hellgelb mit grünlichen Reflexen, ältere werden goldener. Junge Rotweine schimmern violett, mit dem Alter wird der Rand ziegelrot bis bräunlich.

Beim Schwenken lösen sich die Aromen. Die Schlieren, die danach am Glas herunterlaufen, nennen Weinkenner „Kirchenfenster“ oder „Tränen“. Sie zeigen vor allem, wie viel Alkohol und Glycerin im Wein steckt – über die Qualität sagen sie wenig.

Riechen

Nimm dir Zeit für die Nase – die meisten Aromen nehmen wir über den Geruch wahr. Rieche zuerst am ruhenden Glas, dann nach dem Schwenken. Oft fallen dabei ganz unterschiedliche Eindrücke auf.

Profis unterscheiden grob drei Gruppen: Fruchtaromen, die aus der Traube stammen, Noten aus der Gärung wie Hefe oder Brot und Reifearomen wie Vanille, Leder oder Honig. Keine Sorge, wenn dir anfangs keine passenden Worte einfallen – das kommt mit der Übung.

Schmecken

Nimm einen kleinen Schluck und verteile ihn im ganzen Mund. Achte nacheinander auf Süße, Säure, Gerbstoff und Alkohol: Wirkt der Wein frisch oder weich, leicht oder schwer, trocken oder lieblich? Wer mag, zieht dabei etwas Luft durch die Lippen – das klingt ungewohnt, verstärkt aber die Aromen.

Der Abgang

Nach dem Schlucken oder Ausspucken bleibt ein Nachgeschmack, der sogenannte Abgang. Je länger die Aromen anhalten, desto höher ist meist die Qualität des Weins. Ein guter Wein wirkt außerdem ausgewogen: Keine einzelne Komponente sticht unangenehm hervor.

Weinfehler erkennen

  • Korkschmecker: riecht muffig nach nassem Karton oder Keller. Der Wein ist nicht mehr zu retten.
  • Oxidation: der Wein wirkt matt, riecht nach Sherry oder Nüssen und ist bräunlich verfärbt.
  • Weinstein: kleine Kristalle am Boden oder am Korken sind dagegen harmlos und kein Fehler.

Tipps für die Weinprobe zu Hause

Probiere mehrere Weine in der richtigen Reihenfolge: von leicht zu kräftig, von trocken zu süß und in der Regel Weißwein vor Rotwein. Zwischendurch helfen Wasser und ein Stück Weißbrot, den Gaumen zu neutralisieren. Und notiere dir deine Eindrücke – so erinnerst du dich später, welcher Wein dir am besten gefallen hat.

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