Wein richtig lagern – so bleibt er lange gut
Temperatur, Licht und Lage: So lagerst du Wein richtig – auch ohne Weinkeller.
Muss jeder Wein reifen?
Die meisten Weine werden für den baldigen Genuss gemacht und schmecken in den ersten zwei bis drei Jahren am besten. Nur ein kleiner Teil – etwa große Rotweine aus dem Bordeaux, Barolo oder hochwertige Rieslinge – gewinnt durch jahrelange Lagerung. Richtig lagern solltest du aber jeden Wein, denn schlechte Bedingungen schaden auch einem einfachen Tropfen.
Kühl, dunkel und ruhig
Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 10 und 15 Grad. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass sie gleich bleibt: Starke Schwankungen lassen den Wein sich ausdehnen und zusammenziehen, dabei kann Luft durch den Korken gelangen. Wärme lässt Wein außerdem schneller altern.
Licht, vor allem direktes Sonnenlicht, schadet dem Wein und kann unangenehme Aromen erzeugen. Deshalb sind die meisten Flaschen aus dunklem Glas. Auch Erschütterungen – etwa durch eine Waschmaschine in der Nähe – bekommen ihm nicht gut.
Die richtige Luftfeuchtigkeit
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 70 Prozent ist ideal. Ist die Luft zu trocken, können Naturkorken austrocknen und undicht werden. Ist sie zu feucht, bildet sich Schimmel auf den Etiketten – für den Wein selbst meist harmlos, aber unschön. Außerdem sollte Wein nicht neben stark riechenden Dingen wie Farben oder Reinigungsmitteln lagern.
Liegend oder stehend?
Flaschen mit Naturkorken lagern liegend, damit der Korken feucht bleibt und nicht austrocknet. Schraubverschlüsse und Glasstopfen dürfen auch stehen. Für ein paar Wochen ist die Lage übrigens nicht entscheidend – wichtig wird sie erst bei längerer Lagerung.
Weinlagerung ohne Keller
Nicht jeder hat einen kühlen Naturkeller. Gute Alternativen sind:
- ein Weinklimaschrank, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant hält,
- ein kühler, dunkler Abstellraum oder eine Kammer an einer Nordwand,
- ein Schrank in einem wenig beheizten Zimmer – weit weg von Heizung und Herd.
Der normale Kühlschrank eignet sich nur für kurze Zeit. Er ist zu kalt und zu trocken, und der Kompressor sorgt für ständige Vibrationen. Für die Flasche, die du in den nächsten Tagen trinken möchtest, ist er dagegen genau richtig.
Geöffnete Flaschen
Sobald Luft an den Wein kommt, beginnt er zu oxidieren. Verschließe angebrochene Flaschen deshalb gut und stelle sie in den Kühlschrank – das gilt auch für Rotwein, den du vor dem Trinken einfach eine halbe Stunde vorher herausnimmst. Schaumwein bleibt mit einem speziellen Sektverschluss ein bis zwei Tage prickelnd. Und je weniger Wein in der Flasche ist, desto schneller verliert er an Frische.